6. November 2026 | Frankfurt am Main

Israel, der Nahost-Konflikt und die neue Welle des Antisemitismus
Israel befindet sich seit seiner Gründung in einer prekären Situation, die vor allem aus der Verweigerung seiner Anerkennung als eigenständiger Staat resultiert. Mehrere Kriege wurden seit seiner Gründung von den arabischen Nachbarstaaten mit dem erklärten Ziel seiner Auslöschung geführt. Die wichtigste antiisraelische Kraft ist die Islamische Republik Iran, die die Vernichtung des jüdischen Staates durch die Aufrüstung von Milizen (u. a. Hamas, Hisbollah, Huthis) vorantreibt. Hoffnung gaben die von Donald Trump initiierten Abraham Accords, die zu einer Annäherung zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten führten. Das Massaker der Hamas sollte diesen Prozess rückgängig machen. Der intendierte Gegenschlag nach der brutalen Ermordung von fast 1.200 Menschen sollte Bilder erzeugen, die man für eine Empörungskampagne benötigte, die dann, so die Hoffnung von Hamas-Funktionären zu einem erneuten großen Krieg führen würde. Das ist nicht geschehen. Die arabischen Staaten griffen nicht ein und Israel konnte den Iran, die Hamas und Hisbollah militärisch schwächen. Gleichzeitig gelang der Hamas ein propagandistischer Sieg. Durch gezielte Desinformation und das Anknüpfen an antijüdische und antiisraelische Ressentiments wurden nicht die Terroristen und ihre iranischen Hintermänner, sondern der jüdische Staat als Aggressor verurteilt.
Die mangelnde Kenntnis über den Nahost-Konflikt hat auch in Deutschland zu Vorurteilen und Fehleinschätzungen geführt, die das jüdische Leben massiv beeinträchtigen. Die Gewalt gegen Juden nimmt dramatisch zu, jüdische Einrichtungen müssen noch stärker geschützt werden, als dies auch vor dem 7. Oktober 2023 der Fall war, und selbst die Hochschulen sind für jüdische Studenten und Dozenten zu unsicheren Orten geworden. Auf Demonstrationen wird das Existenzrecht Israels abgelehnt und akademische Fachgesellschaften vertreten Positionen der antiisraelischen Boykottbewegung-Bewegung, die vom Deutschen Bundestag als antisemitisch bezeichnet wird. Auf Filmfestivals wird der israelbezogene Antisemitismus gefeiert und in der Kunst schleicht sich eine neue antisemitische Bildsprache ein.
Die Bekämpfung des Antisemitismus ist Aufgabe der Politik und aller zivilgesellschaftlichen Einrichtungen, aber auch jedes Einzelnen. Das Institut für Demokratie und Islam möchte mit den Mittel der Aufklärung und des Dialogs dazu einen Beitrag leisten. Die Konferenz soll helfen, die komplexen Entwicklungen im Nahost-Konflikt und ihre Auswirkungen auf die innenpolitische Situation in Deutschland zu verstehen und Fehlinformationen zu korrigieren. Dazu haben wir Wissenschaftler, aber auch Vertreter jüdischer Gemeinden, liberale Muslime und Vertreter migrantischer Organisationen eingeladen, die im Bereich der demokratischen Bildung aktiv sind und gegen jede Form des Extremismus Position beziehen.
Die Konferenz wird in Kooperation mit dem Hessischen Beauftragten für Jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus durchgeführt.
Weitere Informationen folgen in Kürze
Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung, das Programm und eine Anmeldemöglichkeit werden Sie sehr zeitnah an dieser Stelle finden.